MPC-Schiffsfonds Mahler Star in Nöten

Die MPC „Mahler Star“ Schifffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG wurde vom Emissionshaus Muenchmeyer Petersen Capital AG in Hamburg im Jahr 2005 aufgelegt und exklusiv an österreichische Anleger, zumeist Privatanleger, vertrieben. Nach unserer Erfahrung erfolgte die Vermittlung wie bei den meisten in Österreich vertrieben Immobilien- und Schiffsfonds über verschiedene Banken, meist die Hausbanken der Anleger.


Wien, am 22. Februar 2013

Die Fondsgesellschaft investierte das Fondskapital in das "Österreicher"-Containerschiff „MS Mahler Star“, welches sodann mit dem Ziel der Erwirtschaftung von Fondseinnahmen verchartert werden sollte. Die Fondsgesellschaft Mahler Star warb mit einer von Anfang an bestehenden Festcharter für die nächsten 15 Jahre, also bis 2020.

Versprochen wurden von den Anlageberatern regelmäßige jährliche Ausschüttungen in Höhe von anfänglich 4% jährlich, die dann ab dem Jahr 2007 auf 6% und weiter regelmäßig bis auf 16% pro Jahr im Jahr 2021 steigen sollten. Den Anlegern der Mahler Star wurde häufig vollkommene Kapitalsicherheit von den Beratern zugesichert. Die Beteiligung wurde meist sogar als Sparanlage, die Sicherheit der Geldanlage als vergleichbar einem Sparbuch oder einer Kapitallebensversicherung an Anleger vermittelt. Nach 15-jähriger Laufzeit sollte sich der Wert der Geldanlage in den Fonds um das 2,5fache, nach 20 Jahren sogar verdreifacht haben, so die uns vorliegenden schriftlichen Gewinnprognosen der Berater.

Demgegenüber wurde über die tatsächlichen Verlustrisiken, die Risiken aufgrund der Finanzierung der Fondsgesellschaft in YEN und die Risiken einer unternehmerischen Beteiligung, die Beteiligung an einer deutschen Kommanditgesellschaft, regelmäßig nicht ausreichend aufgeklärt oder diese Risiken von den Beratern verharmlost.

Zu einer erheblichen Wertaushöhlung der Beteiligung führte bereits die enorm hohe Vertriebsprovision dieses Schiffsfonds. Berater verdienten hier neben dem 5%-igen Agio bis zu 15% Provision für die Vermittlung dieser Beteiligung an die Anleger. In keinem der uns vorliegenden Fälle erfolgte ein ordnungsgemäßer Hinweis der Berater und Vermittler auf diesen Umstand.

Schon aufgrund der hohen Fremdkapitalquote der Mahler Star Fondsgesellschaft (65% der Gesamtinvestition!) muss dieser Schiffsfonds von Anfang an als hochriskante und hochspekulative Kapitalanlage bezeichnet werden. Eine Vermittlung eines solchen Fonds als Sparanlage oder Altersvorsorge verbot sich damit von Anfang an.

Aktuelle Situation der Anleger

Aufgrund des weltweiten Einbruchs der Charterraten von Containerschiffen geriet auch die Mahler Star in die Krise. Auch das Fremdwährungsrisiko des Fonds hat sich durch die Kursentwicklung des Yen gegenüber dem Euro voll verwirklicht. Ausschüttungen fließen bereits seit 2009 nicht mehr im versprochenen Umfang an die Fondsanleger. Wie lange die Fondsgesellschaft mit ihren Einnahmen das aufgenommene Schiffshypothekendarlehen wird bedienen können, ist derzeit ungewiss. Da das Darlehen jedoch noch längst nicht zurückgezahlt worden ist, steht zu befürchten, dass die Anleger im Insolvenzfall vollständig leer ausgehen. Es droht ihnen ein Totalverlust ihrer Einlage.

Anleger der verschiedenen in Österreich vertriebenen Schiffs- und Immobilienfonds werden derzeit mit einer Vielzahl von Anlegerrundschreiben überzogen, ohne dass für die Anleger klar ersichtlich ist, wer und welche Interessen wirklich hinter solchen Schreiben stehen. Lassen Sie sich insoweit nicht unter Druck setzen sondern lassen Sie sich sorgfältig beraten, bevor Sie weitere Schritte unternehmen! Ein Hinweis in diesem Zusammenhang: Auch wenn es sich hier um deutsche Anlageprodukte handelt, können sich österreichische Anleger bei ihrer Interessenwahrnehmung vor österreichischen Gerichten nur von österreichischen Rechtsanwälten vertreten lassen.

Welche Rechte haben geschädigte Anleger?

Schadenersatz wegen Fehlberatung: Wurden Anleger bei der Vermittlung der MPC-Fonds nicht korrekt über bestehende Risiken oder Nachteile aufgeklärt, haben sie Ansprüche gegen ihren Anlageberater oder gegen ihre Bank. Gefordert werden kann die Rückzahlung der Einlage samt entgangenem Zinsgewinn gegen Rückgabe der Fondsbeteiligung.

Unser Angebot

Die Kanzlei Schumacher ist auf die Vertretung geschädigter Anleger spezialisiert. Wenn Sie im Zusammenhang mit dem Erwerb eines geschlossenen Schiffs- oder Immobilienfonds geschädigt worden sind oder Ausschüttungen von Ihnen zurückgefordert werden, stehen wir Ihnen für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche zur Verfügung.

Gerne klären wir mit Ihnen im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätzung ab, welche Möglichkeiten für Ihren Fall bestehen. Für Rechtsschutzversicherte übernehmen wir die Deckungsanfrage. Schicken Sie uns Ihre unverbindliche Anfrage oder rufen Sie uns an: 01-890 89 65.

Achtung Verjährung!

Wenn Sie falsch beraten worden sind, ist es wichtig, dass Sie rasch handeln: Die Verjährung beginnt ab dem Zeitpunkt zu laufen, ab dem ein Anleger erkennen kann, dass er falsch beraten wurde, nicht erst dann, wenn der Fonds mit Verlust verkauft wird. Wer sich vertrösten lässt oder zu lange wartet, läuft Gefahr, dass seine Ansprüche verjähren.

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