MPC Holland 56: Anlegern droht Rückforderung von Ausschüttungen

Bei Anlegern des MPC Holland 56 herrscht Fassungslosigkeit. Laut Schreiben der Fondsgesellschaft vom Juli 2014 steht die Rückforderung von erhaltenen Ausschüttungen im Raum. Damit noch nicht genug müssen Anleger den Totalverlust ihrer Einlage befürchten.


Wien, am 24. Juli 2014  

Die niederösterreichischen Raiffeisenbanken haben ab 2005 den MPC Holland 56 als exklusiven, nur bei Raiffeisen erhältlichen Immobilienfonds vertrieben. Die Verkaufsunterlagen enthalten einen besonderen „Sicherheits-Check“, der den Holland 56 als „sicherheitsorientierte, konservative Fondsinvestition mit einem Höchstmaß an Transparenz“ darstellt. Raiffeisen hat diesen Fonds mit dem Slogan „Herausragende Werte aufbauen – mit Sicherheit“ Anlegern empfohlen.

Doch von Sicherheit und Transparenz kann keine Rede sein: Wie die Fälle von zahlreichen von uns vertretenen Mandanten zeigen, hat Raiffeisen die meisten Anleger nicht darüber aufgeklärt, dass es sich bei den versprochenen Ausschüttungen um keine Gewinne, sondern um Rückzahlungen des Eigenkapitals handelt. Die Problematik: Solche Entnahmen können von Drittgläubigern der Fondsgesellschaft im Rahmen der Kommanditistenhaftung wieder zurückgefordert werden. Genau dieses Szenario steht nunmehr beim MPC Holland 56 im Raum.

Am Anfang nur Verluste

Nicht bewusst war den meisten Anlegern, dass der exklusive Raiffeisenfonds in den Anfangsjahren aufgrund der hohen Provisionszahlungen Verluste schreibt, die zu Lasten der Anleger gehen. Vor diesem Hintergrund war es nicht vertretbar, dass trotz der Verluste Ausschüttungen an die Anleger auszahlt werden. Schließlich führte dies zu der – auch für Raiffeisen durchaus vorhersehbaren – Konsequenz, dass die Ausschüttungen nun von den Anlegern wieder zurückverlangt werden.

Nunmehr wird den Anlegern überraschend mitgeteilt, dass nach einem Schiedsgutachten einer "unabhängigen Anwaltskanzlei" der Deutschen Hypo ein Nachbesicherungsanspruch von 6,275 Mio. Euro zustehe. Der Inhalt dieses Gutachtens ist genauso wenig bekannt, wie die Vereinbarung, welche die Fondsgeschäftsführung mit der Deutschen Hypo-Bank getroffen hat. Nicht nachvollziehbar ist es daher, auf welcher Grundlage Anleger nunmehr Zahlungen leisten sollen.

Totalverlust kann eintreten

Das Bankdarlehen betrug Ende 2012 rund 18,62 Mio. Euro. Zum selben Zeitpunkt lag der Wert der gesamten Fondsimmobilien bei nur noch rund 20,27 Mio. Euro. Aufgrund des unaufhaltsamen Wertverfalls der Fondsimmobilien ist mittlerweile davon auszugehen, dass das Darlehen die Liegenschaftswerte bereits übersteigt. Ein allfälliger Erlös aus dem Verkauf der Fondsimmobilien kann daher nur für die Begleichung des Bankdarlehens verwendet werden. Folglich gehen die Anleger leer aus – ihnen droht der Totalverlust ihrer Einlage.

Haftungsansprüche

Für viele Anleger ist es unverständlich, warum es so weit kommen konnte und nunmehr neben des Totalverlusts des eingesetzten Kapitals die Rückforderung erhaltener Ausschüttungen droht. Dabei war der MPC Holland 56 – wie andere MPC-Fonds –  von Anfang an so konzipiert, dass den Anlegern keine Gewinne ausgeschüttet, sondern nur ihr einbezahltes Kapital zurückbezahlt wird. Obwohl Raiffeisenbanken dies wussten (oder wissen hätten müssen), haben sie Anleger nach unseren Erfahrungen nicht über diesen wichtigen Hintergrund und vor allem nicht über die damit verbundenen Haftungsrisiken verständlich aufgeklärt.

Bei Nichtaufklärung über dieses konkrete Haftungsrisiko liegt eine Falschberatung vor; Anleger haben dann Schadensersatzansprüche und können neben der Rückzahlung der Einlage verlangen, dass die Raiffeisenbanken sie von etwaigen Haftungen freistellen.

Achtung Verjährung!

Wenn Sie falsch beraten worden sind, ist es wichtig, dass Sie rasch handeln: Die Verjährung beginnt ab dem Zeitpunkt zu laufen, ab dem ein Anleger erkennen kann, dass er falsch beraten wurde, nicht erst dann, wenn der Fonds mit Verlust verkauft wird. Wer sich vertrösten lässt oder zu lange wartet, läuft Gefahr, dass seine Ansprüche verjähren.

Unser Angebot

Die Kanzlei Schumacher vertritt bereits zahlreiche Geschädigte des MPC Holland 56 gegenüber Raiffeisenbanken. Wenn auch Sie im Zusammenhang mit dem Erwerb des MPC Holland 56 geschädigt worden sind oder Ausschüttungen von Ihnen zurückgefordert werden, stehen wir Ihnen für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche zur Verfügung. Zudem unterstützen wir Sie bei der Abwehr der an Sie herangetragenen Rückforderungsansprüche.

Gerne klären wir mit Ihnen im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätzung ab, welche Möglichkeiten für Ihren Fall bestehen. Für Rechtsschutzversicherte übernehmen wir die Deckungsanfrage. Schicken Sie uns Ihre unverbindliche Anfrage oder rufen Sie uns an: 01-890 89 65.