Gewährleistungsprobleme mit nicht schließender Eingangstüre

Von einer neuen Türe kann man zu Recht erwarten, dass sie sich problemlos öffnen und schließen lässt. Erfüllt eine Türe diese Grundvoraussetzung nicht, ist das ein klarer Gewährleistungsfall – sollte man meinen. Trotzdem kann es einem passieren, dass man mehr als fünf Monate mit einer Eingangstüre leben muss, die nur zubleibt, wenn man sie versperrt.


Nachlese des help-ORF Beitrags vom 05.03.2011

Maria B. aus dem Burgenland bestellte für ihr Eigenheim eine Eingangstüre bei der Firma Josko Fenster und Türen GmbH. Die Bestellung lief zwar über einen burgenländischen Händler, die Rechnung kam jedoch direkt von der Herstellerfirma, wo Frau B. auch unter einer eigenen Kundennummer geführt wird. Für die Montage – durch einen so genannten Josko-Partner, den Frau B. vom Händler genannt bekam - musste extra bezahlt werden.

Die Türe, innen Holz, außen mit Aluschale, wurde geliefert, eingebaut und passte von Anfang an nicht, erzählt Frau B. Das Hauptproblem sei, dass sich die Türe nicht schließen lasse. Man könne sie nur mit Nachdruck zumachen, dann würden der komplette Rahmen und alle anderen Türen im Vorraum zittern. Und die Türe springe wieder auf. Sie bleibe nur geschlossen, wenn man sie mit Gewalt zumache und versperre, erzählt Frau B.

Vergebliche Versuche

Der Monteur mühte sich vergeblich und meldete diesen Mangel sowie Schäden an der Aluschale an die Firma Josko. Sechs Wochen später kam dann ein Josko-Mitarbeiter, bestätigte, dass die Aluschale getauscht werden müsse und versuchte ebenfalls vergeblich, die Türe einzustellen. sagt Frau B. Dieser Herr von der Firma habe selbst gesehen, dass es nicht an der Türe, sondern am Rahmen liegt. Aber sie habe nichts Schriftliches von ihm bekommen.

Grundproblem

Dennoch meinte der Josko-Mitarbeiter, die Türe müsse zurück ins Werk. Frau B. fürchtet nun, dass der eigentliche Mangel, der bauchige Türrahmen, nicht behoben wird. Dass man zwar Mittel und Wege findet, die Türe irgendwie hinzukriegen, dass dann das Problem aber immer wieder akut werden könnte.

Gewährleistung

Wie schaut es in diesem Fall mit der Gewährleistung aus? Dass eine Türe nicht ordentlich zugemacht werden kann, ist zweifellos ein schwerwiegender Mangel, sagt Help-Rechtskonsulent Sebastian Schumacher. In erster Linie könne hier eine Reparatur der Türe verlangt werden. Nur wenn diese Reparatur nicht möglich sei, wäre ein Austausch oder unter Umständen auch eine Wandlung denkbar.

Einem Reparaturversuch muss in diesem Fall also zugestimmt werden. Erst dann kann ein Umtausch der Türe samt Rahmen oder die Rückabwicklung des Geschäftes verlangt werden.

Bei kleineren Mängeln, die nicht behoben werden können – wie etwa Abweichungen im Farbton, ist es anders, sagt der help-Rechtskonsulent. Da müsse ein Konsument mit einer Preisminderung vorlieb nehmen.

Lösungsvorschlag

Frau B. gegenüber hat die Firma Josko die Mängel an der Aluschale bestätigt. Und für ihren Ärger hat man Frau B. einen Preisnachlass von 500 Euro zugesagt. Auf das Grundproblem ist man bisher aber nicht eingegangen. Wir boten Firma Josko zwei Mal schriftlich die Gelegenheit zur Stellungnahme, erhielten aber keine Reaktion. Auf eine zusätzliche telefonische Nachfrage kam dann aber der Vorschlag, alle Beteiligten sollten zu einer gemeinsamen Begutachtung zusammenkommen und dabei könne dann sicher eine Lösung im Sinne der Kundin gefunden werden.

Unzulässige Klauseln

Die Tiroler AK hat übrigens gegen Josko wegen unzulässiger Vertragsklauseln eine Verbandsklage eingebracht und der Firma wurde erst dieser Tage per Versäumungsurteil die Verwendung von gleich 21 Klauseln in ihren Verträgen untersagt.

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