Dr. Sebastian Schumacher

Rechtsanwalt

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EuGH stärkt Frankenkreditnehmer

In einem Rechtsstreit zwischen polnischen Kreditnehmern und der Raiffeisenbank International hat es der EuGH als zulässig angesehen, dass Kreditverträge in Schweizer Franken wegen missbräuchlicher Klauseln als nichtig erklärt werden. Das EuGH Urteil hat auch für österreichische Kreditnehmer Auswirkungen.


Wien, am 4. Oktober 2019

Hoffnung für Frankenkreditnehmer. Der EuGH stellte in einem aktuellen Urteil  (Urteil vom 03.10.2019, C-260/18) fest, dass ein Fremdwährungskredit aufgrund bestimmter missbräuchlicher Klauseln unwirksam werden kann. Auch die vom polnischen Gericht, das den EuGH angerufen hatte, geäußerten Bedenken, dass der Wegfall des Kreditvertrags dazu führen könne, dass der Wechselkursverlust von der Bank zu tragen sei, steht der Nichtigkeitserklärung eines Fremdwährungskredites nicht entgegen.

Nach der Entscheidung des EuGH sind nun wieder polnische Gerichte am Zug, die entscheiden müssen, welche Rechtsfolgen die Unwirksamkeit eines Frankenkredites hat. Allerdings sind den polnischen Gerichten enge Grenzen gesetzt, weil Lücken im Kreditvertrag nach Wegfall der nichtigen Klauseln nicht durch allgemeine Bestimmungen des polnischen Zivilrechts ersetzt werden dürfen. Der Generalanwalt des EuGH hat in seinem Schlussantrag bereits die mögliche Lösung skizziert: Die Fremdwährungskredite seien nicht mehr an den Schweizer Franken gebunden, würden aber den (günstigen) Zinssatz des Schweizer Franken beibehalten. Im Ergebnis führt diese Lösung dazu, dass sich Verbraucher damit vom Wechselkursrisiko befreien können.

Bedeutung für Österreich

Auch in den Fremdwährungskrediten österreichischer Verbrauchern finden sich nach unserer Kenntnis missbräuchliche Klauseln. Nach den jüngsten Urteilen des EuGH liegt nahe, dass auch österreichische Fremdwährungskreditverträge für unwirksam erklärt werden können.

Unsere Hilfe

Die Kanzlei Schumacher ist auf die Vertretung geschädigter Bankkunden spezialisiert. Für unsere Mandanten setzen wir Ansprüche wegen der fehlerhaften Beratung in Zusammenhang mit Fremdwährungskrediten vor der Schlichtungsstelle für Verbrauchergeschäfte und vor Gerichten durch. 

Gerne klären wir mit Ihnen im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätzung ab, welche Möglichkeiten für Ihren Fall bestehen. Für Rechtsschutzversicherte übernehmen wir die Deckungsanfrage. Schicken Sie uns Ihre unverbindliche Anfrage oder rufen Sie uns an: 01-890 89 65.