Schiffsfonds von König & Cie. in Turbulenzen

Schiffsfonds des deutschen Emissionshauses König & Cie. wurden im letzten Jahrzehnt auch an österreichische Kleinanleger vertrieben. Viele dieser Fonds stehen unter enormen wirtschaftlichen Druck. In einigen Fällen musste bereits Insolvenz angemeldet werden. 

Deutsche Schiffsbeteiligungen waren im letzten Jahrzehnt eine beliebte Form der Kapitalanlage. Bis zu 7 Milliarden jährlich, waren vor allem deutsche Anleger bereit, in Schiffsfonds zu investieren. Nach dem Boom in Deutschland haben einige Emissionshäuser ihre Tätigkeit auf Österreich ausgedehnt. So auch das 1999 gegründete Hamburger Emissionshaus König & Cie., das 2004 in Wien am Heumarkt ein eigenes Büro eröffnete und den Österreichvertrieb startete. Vertriebspartner waren Anlageberater, Vermögensverwalter und heimische Banken.

Bei den Schiffsbeteiligungen der König & Cie. handelte es sich um risikoreiche Veranlagungen. Musste doch ein möglicher Totalverlust des Investments in Kauf genommen werden. Fälle aus der Praxis zeigen jedoch, dass Fondsbeteiligungen der König & Cie. trotz ihres hohen Risikos an Konsumenten vermittelt wurden, die nach einer sicheren Veranlagung suchten. Die hohen Provisionen für den Vertrieb dürften ein Anreiz dafür gewesen sein.

Heute sind zahlreiche Schiffsfonds der König & Cie. wirtschaftlich unter Druck gekommen. Einige Fonds (z.B. König & Cie. MS "King Robert") mussten den Gang zum Insolvenzrichter antreten. Die König & Cie. hat ihr Wiener Büro im Februar 2012 geschlossen und sich aus Österreich zurückgezogen. Zurück bleiben hunderte geschädigte Kleinanleger, die vor dem Totalverlust ihrer Schiffsbeteiligung stehen.

Typische Beratungsfehler

Die Fälle geschädigter Anleger zeigen, dass sie von ihren Beratern oft über wesentliche Nachteile / Risiken nicht aufgeklärt wurden:

  • Beteiligungen an König & Cie. Schiffsfonds sind Veranlagungen mit Totalverlustrisiko. Zur Altersvorsorge oder sicheren Veranlagung sind solche Produkte nicht geeignet.

  • Ausschüttungen waren nicht immer durch Gewinne abgedeckt, sondern wurden aus dem Eigenkapital bezahlt. Dadurch wurde das Eigenkapital ausgehöhlt. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass solche Ausschüttungen als Einlagenrückgewähr angesehen und bei Insolvenz zurückgefordert werden.

  • Neben den für Anleger erkennbaren Ausgabeaufschlägen (Agio) von zumeist 5%, flossen bis zu weiteren 15% des Eigenkapitals als Provisionen an den Vertrieb.

  • Ein funktionierender Zweitmarkt für geschlossene Fondsbeteiligungen fehlt, weshalb Beteiligungen an König & Cie.-Fonds nur sehr schwer verkauft werden können.

  • Die König & Cie.-Fonds müssen oft für einen (sehr) langen Zeitraum gehalten werden; eine vorzeitige Kündigung ist nicht möglich oder mit großen finanziellen Nachteilen verbunden.

Für Anleger, die falsch beraten wurden, besteht die Möglichkeit, ihr Geld zurückzuerhalten. Nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofs müssen Anlageberater oder Banken, die über das Risiko einer Kapitalanlage nicht korrekt aufgeklärt haben, geschädigten Anlegern die Investition samt entgangenem Zinsgewinn zurückbezahlen.

Unser Angebot

 

Die Kanzlei Schumacher ist auf die Vertretung geschädigter Anleger spezialisiert. Wenn Sie im Zusammenhang mit dem Erwerb eines geschlossenen Schiffsfonds geschädigt worden sind oder Ausschüttungen von Ihnen zurückgefordert werden, stehen wir Ihnen für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche zur Verfügung.

Gerne klären wir mit Ihnen im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätzung ab, welche Möglichkeiten für Ihren Fall bestehen. Für Rechtsschutzversicherte übernehmen wir die Deckungsanfrage. Schicken Sie uns Ihre unverbindliche Anfrage oder rufen Sie uns an: 01-890 89 65.

Welche König & Cie-Fonds wurden in Österreich vertrieben?

Unter anderem wurden in Österreich folgende König & Cie. Fonds vertrieben: