05.08.2014 19:35 Alter: 4 yrs

MPC Holland 67: Sinkende Liegenschaftswerte treiben Sondertilgungen in die Höhe

Kategorie: MPC-Fonds, Immobilien und Schiffsfonds, Anlegerschutz, Lebensversicherung

Ab 2006 hat Raiffeisen den "Siebenundsechzigsten Sachwert Rendite-Fonds Holland " als lukrative, sichere Veranlagung mit eigenem „Sicherheits-Check“ exklusiv vertrieben. Mit den Verkaufsangaben hat der MPC Holland 67 in Wahrheit nichts gemeinsam. So geht aus seinen jüngsten Bilanzen hervor, dass er im Jahr 2012 einen noch größeren Verlust als im Vorjahr erwirtschaftet hat. Der Verlust betrug nahezu eine Million Euro! Aufgrund der weichen Formulierungen der Fondsgeschäftsführung verkennen aber die meisten Anleger den Ernst der Lage.

Wien, am 5. August 2014

Raiffeisen hat den MPC Holland 67 seinen Kunden mit dem Slogan „Hervorragende Perspektiven für Ihr Portfolio – mit Sicherheit“ empfohlen. Die Realität ist eine andere. Anleger des 67. Hollandfonds müssen sich aus unserer Sicht auf beträchtliche Verluste einstellen. Der Kurzreport 2012/13 des MPC Holland 67 lautet wie folgt:

„…Aufgrund der Aufforderung der finanzierenden Bank wurden neue Wertgutachten in Auftrag gegeben. Sollten diese Gutachten abermals gesunkene Immobilienwerte ausweisen, sind wir verpflichtet, weitere Sondertilgungen zu leisten. Deswegen können wir derzeit keine Aussagen darüber treffen, wann die Auszahlungen wieder aufgenommen werden können. …“

„…Darüber hinaus haben die in 2012 erfolgten und mit der Bank vereinbarten Sondertilgungen in Höhe von EUR 3,3 Millionen den Darlehensstand zum 31. Dezember 2012 frühzeitig auf EUR 18,073 Millionen reduziert. Damit liegt die aktuelle Darlehenshöhe unter dem Beleihungswert, sodass mit dem Aufbau des von der Bank verlangten Sicherheitsdepots begonnen werden konnte. …“

Das heißt mit anderen Worten:

Der Darlehensstand lag Ende 2012 etwas über 18 Millionen Euro. Demgegenüber ist der Wert der Fondsimmobilien per Ende 2012 auf unter 21 Millionen Euro gesunken. Vor diesem Hintergrund konnte aber nur durch Sondertilgungen von 3,3 Millionen Euro überhaupt gewährleistet werden, dass der aushaftende Darlehensstand unter dem gesamten Verkehrswert der Fondsimmobilien liegt. In diesem Zusammenhang geht offenbar selbst die Fondsgeschäftsführung davon aus, dass die Verkehrswerte der Fondsimmobilien noch weiter sinken werden. Angesichts dieser negativen Entwicklung sind zukünftige Ausschüttungen an die Anleger sehr unrealistisch.

Es sind aber noch viel gravierendere Auswirkungen auf die Anleger zu erwarten:

Käme es nämlich zum – derzeit (noch) nicht beabsichtigten – Verkauf der Fondsimmobilien, müsste angesichts der stets sinkenden Verkehrswerte der gesamte Verkaufserlös – falls er dazu überhaupt ausreicht – zur Begleichung des aushaftenden Bankdarlehens verwendet werden. Die Anleger würden daraus kein Geld erhalten und wären mit dem Totalverlust ihrer Einlage konfrontiert. Zudem besteht sogar die Möglichkeit, dass von Anlegern bereits erhaltene Ausschüttungen zurückgefordert werden, wenn der Verkaufserlös nicht ausreicht, um das Darlehen zurückzuzahlen. Dieses Szenario ist bei den Schwesternfonds MPC Holland 43, MPC Holland 47, MPC Holland 53 und MPC Holland 56 bereits eingetreten.

Haftungsansprüche

Für viele Anleger ist es unverständlich, warum es so weit kommen konnte und nunmehr neben dem Totalverlust des eingesetzten Kapitals die Rückforderung erhaltener Ausschüttungen droht. Dabei war der MPC Holland 67 – wie viele andere MPC-Fonds – von Anfang an so konzipiert, dass den Anlegern keine Gewinne ausgeschüttet, sondern nur ihr einbezahltes Kapital zurückbezahlt wird. Obwohl Banken und Vermögensberater dies wussten (oder wissen hätten müssen), haben sie Anleger in der Regel nicht über diesen wichtigen Hintergrund und vor allem nicht über die damit verbundenen Haftungsrisiken aufgeklärt.

Bei Nichtaufklärung über dieses konkrete Haftungsrisiko liegt eine Falschberatung vor; Anleger haben dann Schadensersatzansprüche gegen die Unternehmen, in deren Namen die Berater und Vermittler aufgetreten sind.

Achtung Verjährung!

Wenn Sie falsch beraten worden sind, ist es wichtig, dass Sie rasch handeln: Die Verjährung beginnt ab dem Zeitpunkt zu laufen, ab dem ein Anleger erkennen kann, dass er falsch beraten wurde, nicht erst dann, wenn der Fonds mit Verlust verkauft wird. Wer sich vertrösten lässt oder zu lange wartet, läuft Gefahr, dass seine Ansprüche verjähren.

Unser Angebot

Die Kanzlei Schumacher vertritt bereits zahlreiche Geschädigte des MPC Holland 67 insbesondere gegenüber Raiffeisenbanken, die diesen Fonds vermittelt haben. Wenn auch Sie im Zusammenhang mit dem Erwerb des MPC Holland 67 geschädigt worden sind oder Ausschüttungen von Ihnen zurückgefordert werden, stehen wir Ihnen für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche zur Verfügung.

Gerne klären wir mit Ihnen im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätzung ab, welche Möglichkeiten für Ihren Fall bestehen. Für Rechtsschutzversicherte übernehmen wir die Deckungsanfrage. Schicken Sie uns Ihre unverbindliche Anfrage oder rufen Sie uns an: 01-890 89 65.