05.06.2014 18:52 Alter: 5 yrs

MCP Holland 51: Anleger tappen im Dunkeln

Kategorie: Anlegerschutz, Banken und Kredit, Immobilien und Schiffsfonds, MPC-Fonds

Beim MPC Holland 51 sinken sowohl die Verkehrswerte der Fondsimmobilien als auch die Anzahl der vermieteten Objekte. Damit einhergehend sinken auch die Chancen der Anleger, ihr investiertes Kapital zurückzubekommen. Ihnen drohen hohe Verluste.

Wien, am 5. Juni 2014

Bei der „Einundfünfzigste Sachwert Rendite-Fonds Holland GmbH & Co KG“ handelt es sich um einen Immobilienfonds, der exklusiv von den niederösterreichischen Raiffeisenbanken und der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien vertrieben wurde. Raiffeisen hat diesen Fonds mit dem Slogan „Herausragende Werte aufbauen – mit Sicherheit“ Anlegern empfohlen.

Die Realität sieht anders aus: Der Darlehensvertrag des MPC Holland 51 mit der finanzierenden Bank ist im Januar 2014 ausgelaufen. Ob und inwieweit die angekündigten Verhandlungen über eine Darlehensverlängerung erfolgreich waren, bleibt ungewiss. Im Dezember 2013 waren die Verhandlungen jedenfalls noch nicht beendet. Die Anleger können daher derzeit überhaupt nicht abschätzen, ob und wie es mit dem MPC Holland 51 weiter geht.

Mit hohen Verlusten ist zu rechnen

So betrug der offene Darlehensstand Ende Dezember 2012 rund 21,4 Millionen Euro. Demgegenüber lag der Wert der Fondsimmobilien Ende Dezember 2012 bei nur noch rund 26,3 Millionen Euro. Das ausgewiesene Umlaufvermögen des MPC Holland 51 war mit rund 1,35 Millionen Euro ohnehin verschwindend gering. Mit Stand Dezember 2012 müsste daher selbst bei einem Verkauf der Fondsimmobilien der größte Teil des Verkaufserlöses für die Begleichung der offenen Bankschulden verwendet werden. Nur ein darüber hinausgehender Erlös könnte an die Anleger ausbezahlt werden.

In diesem Zusammenhang prüft die Fondsgeschäftsführung bereits die Möglichkeiten der Veräußerbarkeit der Fondsimmobilien. Sie kam im jüngsten Geschäfts- und Treuhandbericht zum ernüchternden Ergebnis, dass die Verkehrswerte der Fondsimmobilien im Jahr 2013 erneut gesunken sind. Eine Trendumkehr ist nicht in Sicht. Aufgrund des anhaltenden Wertverlustes der Fondsimmobilien wird sich die Situation für die Anleger daher weiterhin verschlechtern.

Neben dem offenbar unaufhaltsamen Wertverfall der Fondsimmobilien ist mit zusätzlichen Leerständen von Mietobjekten zu rechnen. Die Leerstandsquote des MPC Holland 51 betrug im Dezember 2013 noch 25,4 %. Da der Mieter „UWV“ in Rotterdam den Mietvertrag zum April 2014 gekündigt hat und dessen Nachfolge äußerst ungewiss ist, wird die Leerstandsquote aller Voraussicht nach weiter ansteigen. Folglich haben die Anleger auch in Zukunft keine Ausschüttungen zu erwarten.

Dass aufgrund der aktuellen Vermietungs- und Liquiditätssituation keine Ausschüttungen mehr erfolgen, ist nicht die einzige Sorge der Anleger. Ihnen droht ein (gänzlicher) Verlust ihrer Einlage samt Rückzahlungsverpflichtung für bereits erhaltene Ausschüttungen. Dieses Szenario ist bei den Schwesternfonds MPC Holland 43, MPC Holland 47, MPC Holland 53 und MPC Holland 56 bereits eingetreten.

Haftungsansprüche

Für viele Raiffeisenkunden ist es unverständlich, warum es so weit kommen konnte und nunmehr neben dem Totalverlust des eingesetzten Kapitals auch die Rückforderung erhaltener Ausschüttungen droht. Dabei war der MPC Holland 51 – wie andere MPC-Fonds – von Anfang an so konzipiert, dass den Anlegern keine Gewinne ausgeschüttet, sondern nur ihr einbezahltes Kapital zurückbezahlt wird. Schließlich schreibt der MPC Holland 51 – wie so viele andere MPC Fonds – seit jeher im Wesentlichen hohe Verluste. Keine Rede also von einer Investition in sichere Werte!

Obwohl Raiffeisenbanken dies wussten (oder wissen hätten müssen), haben sie Anleger in der Regel nicht über diesen wichtigen Hintergrund und vor allem nicht über die damit verbundenen Haftungsrisiken aufgeklärt.

Bei Nichtaufklärung über dieses konkrete Haftungsrisiko liegt eine Falschberatung vor; Anleger haben dann Schadensersatzansprüche gegen ihre Bank.

Achtung Verjährung!

Wenn Sie falsch beraten worden sind, ist es wichtig, dass Sie rasch handeln: Die Verjährung beginnt ab dem Zeitpunkt zu laufen, ab dem ein Anleger erkennen kann, dass er falsch beraten wurde, nicht erst dann, wenn der Fonds mit Verlust verkauft wird. Wer sich vertrösten lässt oder zu lange wartet, läuft Gefahr, dass seine Ansprüche verjähren.

Unser Angebot

Die Kanzlei Schumacher vertritt bereits zahlreiche Geschädigte des MPC Holland 51 gegenüber Raiffeisenbanken, die diesen Fonds vermittelt haben. Wenn auch Sie im Zusammenhang mit dem Erwerb des MPC Holland 51 geschädigt worden sind oder Ausschüttungen von Ihnen zurückgefordert werden, stehen wir Ihnen für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche zur Verfügung.

Gerne klären wir mit Ihnen im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätzung ab, welche Möglichkeiten für Ihren Fall bestehen. Für Rechtsschutzversicherte übernehmen wir die Deckungsanfrage. Schicken Sie uns Ihre unverbindliche Anfrage oder rufen Sie uns an: 01-890 89 65.