01.06.2014 19:38 Alter: 5 yrs

MCP Holland 50 – schlechte Verkaufsaussichten

Kategorie: Anlegerschutz, Banken und Kredit, Immobilien und Schiffsfonds, MPC-Fonds

Um den Fortbestand des MPC Holland 50 Fonds zu sichern, hat die Fondsgeschäftsführung lange und intensiv mit der finanzierenden Bank über eine Verlängerung des Darlehensvertrages verhandelt. Im Ergebnis konnte der Darlehensvertrag um 18 Monate verlängert werden. Wesentliche Voraussetzung dafür war, dass die Fondsgeschäftsführung die Verkaufsmöglichkeiten bei beiden Fondsimmobilien eingehend überprüft. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Wien, am 1. Juni 2014

Banken und Vermögensberater haben im Jahr 2004 die MPC „Fünfzigste Sachwert-Rendite-Fonds Holland GmbH & Co KG“ als konservative Investition am attraktivsten Büromarkt der gesamten Niederlande mit jährlich positiven Leistungsbilanzen vertrieben. Der Erfolg des 50. Hollandfonds werde zudem durch die langjährige Erfahrung des Initiators mit bisher 68 ähnlich gelagerten Immobilienfonds bestätigt.

Wirtschaftlicher Erfolg sieht anders aus

Ursprünglich wäre der Darlehensvertrag des MPC Holland 50 mit der finanzierenden Bank nur bis Ende März 2014 gelaufen. Ohne Verlängerung des Darlehens wäre der Fortbestand der Fondsgesellschaft äußerst ungewiss gewesen – wie der Geschäfts- und Treuhandbericht 2012 selbst einräumt. Vor diesem Hintergrund konnte die Fondsgesellschaft den Darlehensvertrag mit der finanzierenden Bank bis Ende September 2015 verlängern. Wesentliche Bedingung war aber die intensive Überprüfung von Möglichkeiten, die beiden Liegenschaften des MPC Holland 50 zu verkaufen.

Vor diesem Hintergrund überprüft die Fondsgeschäftsführung gerade die Verkaufsmöglichkeiten der beiden Büroimmobilien. Angesichts dessen steht die Fondsgesellschaft unter großem Zeitdruck. Darüber hinaus sind die Rahmenbedingungen für einen Verkauf der Fondsimmobilien auch denkbar ungünstig:

Das Transaktionsvolumen für gewerbliche Immobilien ist in den Niederlanden weiterhin sehr niedrig, was einen drastischen Wertverfall der beiden Fondsimmobilien zur Folge hat. So ist der Gesamtwert beider Fondsimmobilien laut Bilanz von Ende 2011 bis Ende 2012 um rund 5,5 Mio. Euro gesunken und beträgt nur noch rund 135 Mio. Euro. Damit noch nicht genug, wird es laut Geschäfts- und Treuhandbericht 2012 sogar „schwierig sein, die Fondsimmobilien zum ausgewiesenen Buchwert zu veräußern“. Demgegenüber betrug das aushaftende Bankdarlehen im Mai 2014 noch 91,5 Mio. Euro.

Ein allfälliger Verkaufserlös müsste zuerst für die Begleichung des Bankdarlehens verwendet werden. Ob nach Begleichung der Bankverbindlichkeiten überhaupt noch Geld für die Anleger übrig bleibt, ist sehr fraglich.

Haftungsansprüche

Für viele Anleger ist es unverständlich, warum es so weit kommen konnte und nunmehr neben dem Totalverlust des eingesetzten Kapitals die Rückforderung erhaltener Ausschüttungen droht. Dabei war der MPC Holland 50 – wie andere MPC-Fonds – von Anfang an so konzipiert, dass den Anlegern keine Gewinne ausgeschüttet, sondern nur ihr einbezahltes Kapital zurückbezahlt wird. Schließlich schreibt der MPC Holland 50 – wie so viele andere Holland Fonds – seit jeher im Wesentlichen hohe Verluste.

Obwohl Banken und Vermögensberater dies wussten (oder wissen hätten müssen), haben sie Anleger in der Regel nicht über diesen wichtigen Hintergrund und vor allem nicht über die damit verbundenen Haftungsrisiken aufgeklärt. Es kann nämlich nicht nur zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals, sondern auch zur Rückforderung von Ausschüttungen kommen. Dieses Szenario ist bei den Schwesternfonds MPC Holland 43, MPC Holland 47, MPC Holland 53 und MPC Holland 56 bereits eingetreten.

Bei Nichtaufklärung über dieses konkrete Haftungsrisiko liegt eine Falschberatung vor; Anleger haben dann Schadensersatzansprüche gegen die Unternehmen, in deren Namen die Berater und Vermittler aufgetreten sind.

Achtung Verjährung!

Wenn Sie falsch beraten worden sind, ist es wichtig, dass Sie rasch handeln: Die Verjährung beginnt ab dem Zeitpunkt zu laufen, ab dem ein Anleger erkennen kann, dass er falsch beraten wurde, nicht erst dann, wenn der Fonds mit Verlust verkauft wird. Wer sich vertrösten lässt oder zu lange wartet, läuft Gefahr, dass seine Ansprüche verjähren.

Unser Angebot

Die Kanzlei Schumacher vertritt bereits zahlreiche Geschädigte des MPC Holland 50 gegenüber Banken und Vermögensberatern, die diesen Fonds vermittelt haben. Wenn auch Sie im Zusammenhang mit dem Erwerb des MPC Holland 50 geschädigt worden sind oder Ausschüttungen von Ihnen zurückgefordert werden, stehen wir Ihnen für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche zur Verfügung.

Gerne klären wir mit Ihnen im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätzung ab, welche Möglichkeiten für Ihren Fall bestehen. Für Rechtsschutzversicherte übernehmen wir die Deckungsanfrage. Schicken Sie uns Ihre unverbindliche Anfrage oder rufen Sie uns an: 01-890 89 65.