17.07.2013 17:03 Alter: 5 yrs

MPC-Holland 47 Fonds wird zum Sanierungsfall

Kategorie: Banken und Kredit, Immobilien und Schiffsfonds, MPC-Fonds, Fehlerhafte Beratung, Anlegerschutz

Der siebenundvierzigste Sachwert Rendite-Fonds Holland GmbH & Co. KG (Holland 47) wurde vom Emissionshaus Muenchmeyer Petersen Capital AG in Hamburg im Jahr 2003 aufgelegt und auch in Österreich an Privatanleger vertrieben. Die Fondsgesellschaft steht nun unter massivem finanziellen Druck und hat ein Sanierungskonzept zur außerordentlichen Beschlussfassung vorgelegt. Scheitert die Sanierung, droht Anlegern der Totalverlust.

Wien, am 17. Juli 2013

Nachdem schon die Immobilienfonds Holland 43 und Holland 53 ihre Anleger vom drohenden Konkurs informieren mussten, droht nun auch dem Hollandfonds 47 die Insolvenz. In einem uns vorliegendem Schreiben vom 15. Juli 2013 teilt die TVP den Fondsgesellschaftern mit, dass dem Holland 47 aufgrund der schlechten Vermietungssituation und dem Auslaufen eines Darlehens bereits Ende August 2013 die Zahlungsunfähigkeit droht.

Die Zahlungsunfähigkeit soll in letzter Minute noch durch ein „Finanzierungskonzept“ abgewendet werden. Dieses sieht im Wesentlichen vor, dass die Anleger Neukapital in der Höhe von zumindest 12 Millionen Euro einzahlen sollen, wofür die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) als Kreditgeberin das Darlehen um weitere drei Jahre verlängern würde. Scheitert dieses Konzept, müssen Anleger mit der Insolvenz des Fonds rechnen.

Damit das Neukapital von 12 Millionen Euro aufgebracht werden kann, werden Anleger aufgefordert, bezogen auf ihre Einlage nochmals 30% Nachschuss zu leisten. Um Anleger zu dieser Nachschussleistung zu „motivieren“, wird darauf hingewiesen, dass die Gefahr besteht, dass im Fall einer Insolvenz sämtliche bereits erhaltenen Ausschüttungen in der Höhe von 54,5% zurückgefordert werden können.

Sollen Nachschüsse geleistet werden?

Viele Anleger fragen sich nun, ob es Sinn macht, weiteres Kapital einzuzahlen. Oder ist zu fürchten, dass hier gutes Geld, dem schon verlorenen "nachgeworfen" wird? Leider zeigt die Erfahrung, dass es trotz neuen Kapitals häufig nicht gelingt, die Existenz eines angeschlagenen Fonds langfristig zu sichern. Kommt es schließlich doch zur Insolvenz, sind die Nachschüsse jedenfalls verloren, während hinsichtlich der verlorenen Einlage möglicherweise Haftungsansprüche geltend gemacht werden können.

Achtung: Anlegern wird versprochen, dass sich im Fall eines Nachschusses von Ihrer Haftung auf Rückzahlung erhaltener Ausschüttungen befreit werden. Diese Zusage ist problematisch, weil sie nur gegenüber der Helaba-Bank, nicht aber gegenüber anderen Gläubigern oder dem Insolvenzverwalter gilt.

Chancen für geschädigte Anleger

Viele Anleger sind sprachlos und fragen sich, wie es so weit kommen konnte. Oft wird Anlegern erst jetzt bewusst, dass ihnen ein hochriskantes Produkt verkauft wurde und sie zusammen mit der Beteiligung Haftungen übernommen haben. Beinahe kein Anleger wusste, dass die erhaltenen Ausschüttungen nicht aus Gewinnen, sondern nur aus der Liquidität ausbezahlt wurden und daher von Gläubigern oder dem Insolvenzverwalter zurückgefordert werden können.

Die Fälle unserer Mandanten, die den Holland 47 gezeichnet haben, zeigen, dass sie von Banken oder Anlageberatern oftmals schlecht beraten wurden. Über wesentliche Risiken oder Nachteile wurde nicht korrekt aufgeklärt. Häufig kam es z.B. zu folgenden Beratungsfehlern:

  • Fehlende Aufklärung über das Totalverlustrisiko.
  • Verschweigen von internen Provisionsflüssen.
  • Falsche Darstellung der "Laufzeit" des Fonds und die nachteiligen Auflösungsbedingungen.
  • Keine Aufklärung über die Gefahr der Rückforderung von Ausschüttungen und über die Kommanditistenhaftung.

Liegen Beratungsfehler vor, haben geschädigte Anleger gute Chancen, von ihrer Bank oder ihrem Anlageberater Schadenersatz zu erhalten. Sie können das Investitionskapital zurück und die Übernahme von Haftungen verlangen. Es ist daher sinnvoll, Ansprüche prüfen zu lassen, bevor weiteres Geld investiert (und möglicherweise verloren) wird. Schadenersatzansprüche sind jedoch wegen drohender Verjährung zügig geltend zu machen.

Unser Angebot

Wir sind als Rechtsanwaltskanzlei auf Kapitalmarktschäden spezialisiert und vertreten Anleger, die durch die Zeichnung des Holland 47 geschädigt wurden. Wir stehen auch Ihnen für eine Durchsetzung Ihrer Ansprüche zur Verfügung.

Gerne klären wir mit Ihnen im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätzung ab, welche Möglichkeiten für Ihren Fall bestehen. Für Rechtsschutzversicherte übernehmen wir die Deckungsanfrage. Schicken Sie uns Ihre unverbindliche Anfrage oder rufen Sie uns an: 01-890 89 65.