18.01.2014 22:09 Alter: 5 yrs

MPC Holland 44: Kein Abfindungsguthaben

Kategorie: MPC-Fonds, Immobilien und Schiffsfonds, Banken und Kredit

Das Hamburger Emissionshaus MPC hat 2003 auch in Österreich den Immobilienfonds Holland 44 vertrieben. Zehn Jahre später stellt sich heraus, dass Anleger, die bereits gekündigt haben, kein Abfindungsguthaben erhalten.

Wien, 18. Jänner 2014

Als der MPC Holland 44 im Jahr 2003 von Banken und Vermögensberatern an österreichische Anleger vermittelt wurde, wurde dieser Immobilienfonds häufig als sichere und ertragreiche Veranlagung dargestellt. Verkaufsargument war, dass in Top-Immobilien in bester Lage investiert werde. Würden die Immobilien nach zehn Jahren verkauft, würden die Anleger nicht nur das eingesetze Kapital, sondern eine noch höhere Abfindung erhalten. 

Kein Abfindungsguthaben

Eingetreten ist nunmehr das Gegenteil. Wie die Fondsgesellschaft des Holland 44 an eine unserer Mandantinnen mit Schreiben vom 20. Dezember 2013 mitteilte, mussten aufgrund der schlechten Marktsituation für Büroimmobilien in den Niederlanden und den reduzierten Restmietlaufzeiten eine erhebliche Abschreibung vorgenommen werden. Unsere Mandantin hatte ihre Beteiligung zum frühestmöglichen Zeitpunkt - das war der 31.12.2012 - aufgekündigt. Eine zu diesem Datum erstellte Auseinandersetzungsbilanz weist einen negativen Anteil von - 5,33% am Kommanditkapital aus. Im Klartext: Es gibt kein Auseinandersetzungsguthaben, die Anlegerin erhält kein Geld zurück.

Da eine rasche Erholung des niederländischen Immobilienmarkts nicht zu erwarten ist, rechnen wir damit, dass auch in den nächsten Jahren bei Kündigung der Beteiligung kein Auseinandersetzungsguthaben ausgezahlt wird. 

Beratungsfehler 

Die Schadensfälle unserer Mandanten zeigen, dass Anleger beim Erwerb von geschlossenen Immobilienfonds oft nicht ausreichend über Risiken und Nachteile aufgeklärt worden sind. So musste etwa beim MPC Holland 44 darauf hingewiesen werden, dass

  • der Totalverlust des eingesetzen Kapitals drohen kann,
  • die vorgesehenen Ausschüttungen nicht aus Mieterträgen (oder anderen Gewinnen) bezahlt werden, sondern nur eine Teilrückzahlung des Kommanditkapitals darstellen und diese Ausschüttungen daher zurückgefordert werden können,
  • der Vertrieb hohe Provisionen erhält, wodurch das Eigenkapital ausgehöhlt wird,
  • die Beteiligung nicht nach zehn Jahren automatisch endet, sondern gekündigt werden muss und nur bei Feststellung eines positiven Auseinandersetzungsguthabens Rückzahlungen an die Anleger erfolgen.

Anleger, die über diese Risiken nicht korrekt aufgeklärt worden sind, haben Schadenersatzansprüche gegen ihren Berater oder ihre Bank. Verlangt werden kann die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals, aber auch die Freistellung von Haftungen wegen möglicher Ausschüttungsrückforderungen.

Achtung Verjährung!

Gleichgültig ob schon Ausschüttungen ausgeblieben sind oder bereits konkret die Insolvenz Ihres Fonds droht oder eingetreten ist, müssen Sie laufende Verjährungsfristen beachten. Es ist in jedem Fall wichtig, dass Sie rasch handeln: Die Verjährung beginnt ab dem Zeitpunkt zu laufen, ab dem ein Anleger erkennen kann, dass er falsch beraten wurde, nicht erst dann, wenn der Fonds mit Verlust verkauft wird. Wer sich vertrösten lässt oder zu lange wartet, läuft Gefahr, dass seine Ansprüche verjähren.

Unser Angebot

Die Kanzlei Schumacher vertritt bereits zahlreiche Geschädigte der MPC Hollandfonds gegenüber österreichischen Banken und Vermittlungsfirmen. Wenn auch Sie sich im Zusammenhang mit dem Erwerb des MPC Holland 44 falsch beraten sehen, stehen wir Ihnen für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche zur Verfügung.

Gerne klären wir mit Ihnen im Rahmen einer kostenlosen Ersteinschätzung ab, welche Möglichkeiten für Ihren Fall bestehen. Für Rechtsschutzversicherte übernehmen wir die Deckungsanfrage. Schicken Sie uns Ihre unverbindliche Anfrage oder rufen Sie uns an: 01-890 89 65.